Zwischen Oktober und März verändert sich das Treppenhaus grundlegend. Was im Sommer eine Trockenreinigung war, wird zur täglichen Auseinandersetzung mit Nässe, Laub und vor allem Streusalz. Wer den Turnus aus dem Sommer unverändert weiterlaufen lässt, zahlt am Ende doppelt – einmal für die Reinigung und einmal für den Bodenbelag.
Warum der Winter das Treppenhaus stärker beansprucht
Drei Dinge kommen gleichzeitig zusammen:
- Nässe wird über Schuhe eingetragen und trocknet bei niedrigen Temperaturen deutlich langsamer ab.
- Streusalz und Splitt gelangen als feine Körner ins Haus und wirken auf dem Boden wie Schmirgelpapier.
- Laub und Schmutzwasser sammeln sich im Eingangsbereich und werden über alle Etagen verteilt.
Das Ergebnis ist nicht nur optisch unschön. Nasse Stellen auf glattem Stein sind die häufigste Rutschursache im Winter – und damit ein Thema der Verkehrssicherungspflicht.
Streusalz ist der größte Gegner des Bodenbelags
Salz hinterlässt beim Abtrocknen weißliche Ränder, die sich mit klarem Wasser allein kaum lösen lassen. Kritischer ist die langfristige Wirkung: Salzkristalle greifen offenporige Beläge und Fugen an, und der mitgeschleppte Splitt zerkratzt Versiegelungen.
Besonders empfindlich reagieren:
- Naturstein wie Marmor oder Kalkstein – hier sind säurehaltige Reiniger tabu
- Unversiegelter Estrich und Beton – saugt Salzlösung auf
- Fugen jeder Art – dort sammelt sich der Splitt
Wichtig ist, den Splitt zuerst trocken aufzunehmen. Wer sofort nass wischt, verteilt die Körner über die Fläche und schleift damit den Boden ab.
Die Schmutzfangzone entscheidet über den Aufwand
Der wirksamste Hebel liegt nicht im Treppenhaus, sondern davor. Eine ausreichend dimensionierte Sauberlaufzone hält den Großteil des Schmutzes im Eingangsbereich zurück, bevor er sich über die Etagen verteilt.
In der Praxis bewährt sich eine dreiteilige Zone:
- Außen: ein grobes Gitterrost, das Splitt und groben Schmutz abstreift
- Im Windfang: eine Bürstenmatte, die den Rest von der Sohle holt
- Innen: eine saugfähige Matte, die Restfeuchte aufnimmt
Als Faustregel gilt: Die Zone sollte so lang sein, dass jeder Fuß sie mindestens zweimal berührt – bei normalem Schritttempo also gut drei bis vier Meter. Kürzere Matten sehen ordentlich aus, nehmen aber nur einen Bruchteil ab.
Rutschgefahr und Verkehrssicherungspflicht
Eigentümer und Hausverwaltungen müssen dafür sorgen, dass von den Gemeinschaftsflächen keine vermeidbare Gefahr ausgeht. Für den Winter heißt das konkret:
- Nassbereiche zügig abtrocknen statt stehen lassen
- Während und nach der Reinigung Warnschilder aufstellen
- Matten kontrollieren – eine durchnässte Matte ist selbst eine Stolperfalle
- Beleuchtung prüfen, denn im Winter ist es morgens und abends dunkel
Was sich am Turnus ändern sollte
Nicht das ganze Haus braucht im Winter mehr Aufmerksamkeit – aber der untere Bereich schon. Sinnvoll ist eine Staffelung:
| Bereich | Sommer | November bis März |
|---|---|---|
| Eingang und Windfang | wöchentlich | zwei- bis dreimal pro Woche |
| Erdgeschoss und erste Etage | wöchentlich | zweimal pro Woche |
| Obere Etagen | wöchentlich | unverändert |
| Schmutzfangmatten | bei Bedarf | wöchentlich reinigen oder tauschen |
Die Mehrkosten halten sich in Grenzen, weil nur die unteren Bereiche häufiger angefahren werden. Verglichen mit einer vorgezogenen Grundreinigung oder gar einer Neuversiegelung ist das die deutlich günstigere Variante. Worin sich beide unterscheiden, erklären wir im Beitrag Unterhaltsreinigung vs. Grundreinigung.
Fazit: Entscheidend sind drei Dinge – Splitt trocken aufnehmen, Salzrückstände regelmäßig lösen und die Schmutzfangzone groß genug auslegen. Wer den Turnus im Eingangsbereich für die Wintermonate erhöht, spart sich im Frühjahr die teure Aufarbeitung.
Passende Leistung: Treppenhausreinigung im Kreis Unna – mit festem Winterturnus und Festpreis. Kostenlose Besichtigung über unser Kontaktformular.
